Arbeits-Leben

Leben wir, um zu arbeiten, oder arbeiten wir, um zu leben? Wenn es nach einem Autor geht, den ich voriges Jahr in einer Radiosendung hörte, sollten wir in Zukunft beides anstreben und mehr: einen Brotberuf für das Überleben in unserer anspruchsvollen Gesellschaft, einen Beruf, der wirklich Freude macht und trotzdem zum Einkommen beiträgt (die „Butter“ aufs „Brot“) und drittens Senken von Ausgaben durch Eigenleistung (für „Wurst“ und „Käse“). Konsequenterweise sprach der Autor von „Sandwich-Berufen“. Typische Beispiele dafür sind die meisten Schriftsteller: sie gehen einem Beruf nach, und „nebenbei“ schreiben sie. Wenn sie ein Buch verkaufen können, trägt das zum Einkommen bei.

Die dritte Säule stellt sich der Autor, dessen Namen ich leider vergessen habe, als eine programmierbare Fabrik vor, wo jeder sich Gebrauchsgegenstände wie Schuhe selbst herstellen könnte. Ich sehe kurzfristig eher die Möglichkeit, Leistungen mit anderen auszutauschen. Man bietet etwas an, worin man gut ist, und erhält im Gegenzug Arbeitsbereitschaft von anderen, die etwas können, was man selber nicht kann. „Ich gebe Dir Nachhilfe, Du verlegst in meinem Haus elektrische Leitungen.“ In manchen Gemeinden wurde dieses System bereits institutionalisiert und „Arbeitsbons“ als Währung eingeführt, was sofort die Begehrlichkeit des Finanzamtes geweckt hat.

Auf der Suche nach dem Autor des Radiobetrags fand ich auch viele Links auf gemeinnützige Arbeiten: hier ergibt sich der Mehrwert wohl aus der persönlichen Genugtuung, etwas Sinnvolles für die Gesellschaft geleistet zu haben.

Also, liebe Leserinnen und Leser, dividiert Euer Arbeitsleben durch drei und genießt alle Teile!

~ von gerdrau am So, 23. September 2007.

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