Autorentreffen Nürnberg

Hotel Continental, NürnbergZum ersten Mal nahm ich am Autorentreffen in Nürnberg teil. Durch eine glückliche Umschichtung von Terminen konnten wir (Andrea, Gerry und ich; am Donnerstag traf noch unser Schreibstammtischkollege Paul ein) bereits am Vortag anreisen, ein (billiges) Hotel war schnell im Internet gefunden. Die Nachbarschaft erwies sich als etwas zwielichtig, da ich jedoch dort nur schlafen und frühstücken wollte, störte ich mich nicht weiter daran.

Nach dem Abendessen im Bratwurst-Röslein, das alle fränkische Spezialitäten anbietet (insbesondere die von mir geschätzten rohen Kartoffelklöße), und einem Spaziergang durch das wunderschöne Nürnberg setzten wir uns in die Grauersche Antiquariatsbuchhandlung, wo Titus Müller aus seinem neuen Buch „Das Mysterium“ las.

NürnbergDie spannende Geschichte um William von Ockham und die Katharer spielt im mittelalterlichen München. Als Thema wählte Titus „Perfektionismus“. Seine Aussage, dass er selbst von diesem Problem betroffen sei und sich beim Schreiben verändern konnte, ließ eine bekannte Saite in mir anschwingen…

Titus beantwortete auch Fragen der Zuhörer und ging dann mit zum Café-Restaurant Zeitlos, wo er uns noch viele Tipps gab und von seiner Arbeit erzählte. Wir lernten auch andere Teilnehmer am Autorentreffen kennen, erzählten von unseren Schwerpunkten und tauschten Adressen aus.

NürnbergDas ausgiebige Frühstückbuffet am nächsten Morgen erfüllte alle meine Wünsche, und mehr als nur gestärkt nutzte ich die verbleibende Zeit, um Nürnberg weiter kennen zu lernen.

Im Bildungshaus begrüßte uns Ursula Schmid-Spreer und gab uns die Tagungsunterlagen. Die enthaltenen Beiträge der Vortragenden kann ich nur empfehlen. Nachdem wir unsere Plätze im Fabersaal „besetzt“ hatten, sichteten wir den Büchertisch. Hier möchte ich Sandra Uschtrin danken, die viele Probeexemplare der Zeitschrift Federwelt auflegte und Normseiten-Schneidbrettchen verschenkte.

Pause im FabersaalNachdem Ursula Schmid-Spreer die Veranstaltung eröffnet und langjährige Teilnehmer geehrt hatte, referierte Harald M. Landgraf (im Bild rechts stehend in weißer Kleidung während einer Pause) über den Heftroman, ein Thema, das mich seit jeher besonders interessiert, sowohl als Autor, als auch als Sammler utopischer Romanhefte.

Das Mittagessen im Marientorzwinger füllte meinen noch nachfrühstücklichen Magen erneut bis an seine (ohnehin weiten) Grenzen. Wieder schlossen wir neue Kontakte, außerdem brachten mir die Gespräche viele neue Ideen, die ich notieren musste.

Titus in GesprächsrundeTitus Müller eröffnete den Nachmittag, und meine Befürchtung, dass ich wegen des reichlichen Mittagessens seinen Ausführungen nur unkonzentriert folgen würde können, erfüllte sich nicht: so lebendig und interessant schilderte er seine Erfahrungen, ging sofort auf Zwischenfragen ein und gab Tipps zu Thema, Plotten und Überarbeitung. Die Tagungsteilnehmer umlagerten ihn auch noch in der Pause.

Den abschließenden Vortrag hielt Sabine Franke (in der Bildmitte ganz hinten neben Titus), Lektorin beim Mitteldeutschen Verlag in Halle und Leipzig. Sie zeigte uns, wie die genaue Kalkulation für ein Lyrikbuch ausehen könnte, und warb um Verständnis dafür, dass ein kleiner Verlag keine Vorschüsse zahlt. Besonders interessant und hilfreich fand ich ihre Tipps zum professionellen Einreichen eines Manuskriptes.

Abendessen im Bar-celonaDas Abendessen in Café und Bar-Celona passte zu meinen anderen Mahlzeiten: (zu) viel und gut. Meine Sitznachbarin versorgte mich noch zusätzlich mit gebratenem Geflügel; anscheinend wirkte ich so ausgehungert. Sie schreibt übrigens Krimis.

Leider etwas zu kurz kam dann der Programmteil „Lesung aus eigenen Werken“. Die Vortragenden zeigten teilweise hervorragende Qualität, und die Kommentare von Titus und anderen Teilnehmern wiesen mich auf Fehler hin, die ich auch immer wieder einbaue. Besonders gefallen haben mir die Reime von Herrn Benedikt (?), der mit einem Zitat von Tucholsky begann: „Das bisschen, was ich lese, schreibe ich selber“.

Ursula Schmid-Spreer im GesprächVielen Dank an Ursula Schmid-Spreer (3. von links) und ihren Ehemann für die Organisation des Autorentreffens. Ich kann mir gut vorstellen, welche Mühen und Schwierigkeiten sie überwinden mussten, um ein so hervorragendes Ergebnis zu erhalten.

Was nehme ich mit?

Viele neue Kontakte mit sympathischen, freundlichen Autorinnen und Autoren.

Motivation

Ideen und Pläne

Tipps und Tricks

Und last not least: Vorfreude auf das nächste Mal!

Sollte jemand mit der Veröffentlichung seines Bildes nicht einverstanden sein, bitte ein Posting an mich; ich entferne es dann.

Danke an Gerry für’s Korrekturlesen!

~ von gerdrau am Fr, 23. Mai 2008.

4 Antworten to “Autorentreffen Nürnberg”

  1. Klasse, dass es mal wieder etwas von dir im Blog zu lesen gibt ;-) ! Klingt ja nach einem netten Wochenende mit schönem Wetter – hättest du das nicht mit hierher bringen können?

  2. [...] machten wir uns (immerhin waren wir aus unserer Grazer Schreibgruppe zu viert) auf den Heimweg. Auf Gerhards Blog gibt es noch mehr vom Treffen zu lesen. Das Autorentreffen hat uns allen Spaß gemacht, und wir [...]

  3. [...] Vor einigen Tagen lernte ich beim Autorentreffen in Nürnberg viele nette Leute kennen (übrigens: im österreichischen Fernsehen gab es einmal eine [...]

  4. Hallo Gerd,
    hat mir viels Spaß gemacht, Dein Bericht über das Autorentreffen im Mai in Nürnberg, und wie ich sehe, hast Du auch meine Website gefunden. Schade, dass ich bei der Abendveranstaltung nicht mehr dabeisein konnte, hätte mich schon interessiert, was andere Teilnehmer so von sich geben. Na ja, vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal, wenn ich nicht so unter Zeitdruck stehe. Ich war inzwischen nämlich schon am Roten Meer zum Surfen (toller Wind) und dann bis vorgestern ein paar Tage in Paris zu einem Weltraum-Symposium. (Anlass 10 Jahre ISS)
    Ich hoffe, Du hast inzwische das Problem Deines intergalaktischen Antriebes gelöst, und befindest Dich (literarisch) auf dem Weg zu weit entfernten Zielen.
    Gruß von Christa

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