Zeitfresser

Kennen Sie die Zeitfresser? Das sind kleine Tätigkeiten, die Ihnen die Minuten des Tages stehlen, ohne dass Sie es merken. Manche davon wachsen sich zu regelrechten Monstern aus, wie zum Beispiel das „Nur-kurz-die-Tagesschau-gucken“, das für mehrere Stunden fernsehen sorgt. Erst nach Mitternacht wird einem die verstrichene Zeit bewusst.

Oder das „Kannst-Du-mir-kurz-helfen“, das häufig auch einige Stunden verschlingt. Wenig harmloser sind das „Schnell-die-Zeitung-durchblättern“ oder das „Der-Ausguss-muss-mal-wieder-gereinigt-werden“. Mit mehr Lustgefühl verbunden sind das „Nur-ein-kleines-Spielchen“ oder das „Kurz-in-den-Chatroom-schauen“. Zu dieser Kategorie gehören auch das „Schnell-die-E-Mails-checken“ und das „Dieser-Link-klingt-interessant“.

Ihnen gemeinsam ist, dass sie uns von unseren wichtigen Aufgaben abhalten. Daher ist es wichtig, seine eigenen bevorzugten Zeitfresser zu kennen. Oft steckt hinter diesen ein Suchtpotenzial, das zu kennen präventiv wirken kann. Doch wie kommt man ihnen auf die Spur? Wie bei jeder Jagd braucht man dafür Zeit. Zeit, um Zeitfresser zu finden, klingt widersinnig, aber diese Zeit ist gut investiert, kann sie doch zur Beseitigung der Zeitfresser führen.

Also gehen wir auf die Jagd nach Zeitfressern: Unsere Waffe ist ein Blatt Papier und eine Uhr. Wir tragen den Beginn und das Ende jeder Tätigkeit in dieses Blatt Papier ein (Dauer pro Tätigkeit ca. 10 s). Doch Vorsicht: Bei zu großer Sorgfalt kann sich dieses Protokoll auch zum Zeitfresser auswachsen! Am besten nehmen wir dazu einen normalen Arbeitstag, einen mit großer Belastung, einen mit geringer Belastung und zwei freie Tage, vielleicht einen Samstag und einen Feiertag. Idealerweise sollte diese Tage auch noch über die Woche verteilt sein. Das erhaltene Profil müssen wir noch auswerten. Das geht am schnellsten mit farbigen Textmarkern: Grün für wichtige Aufgaben, denen wir uns widmen wollten und/oder mussten, gelb für nicht so wichtige, aber trotzdem notwendige Aufgaben, und rot für alles andere. Und jetzt zählen wir die rot markierten Tätigkeiten und berechnen die dafür aufgewendete Zeit. Erschreckend, nicht wahr?

Meistens haben diese Zeitfresser mit den Wünschen und Bedürfnissen anderer zu tun. Das wichtigste Hilfsmittel im Kampf gegen sie ist das kleine Wort „Nein“. Wenn also wieder jemand einen Zeitfresser an Sie heranträgt, wehren Sie ihn ab: „Im Moment nicht“, „Vielleicht später“ und „Ich habe Kopfweh“ sagen dasselbe aus, klingen aber viel umgänglicher. Viel Erfolg dabei!

~ von gerdrau am Sa, 6. Juni 2009.

Eine Antwort to “Zeitfresser”

  1. Nicht zu vergessen: „Ich muss nur schnell was im Google nachschauen…“ (aka „Recherche“) ;-)

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